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Archiv für die Kategorie „Nachtleben“

Gay Cruising Bars und Darkrooms in Torremolinos

Eines vorab: Ich bin nicht so der Crusing-Typ. Wenn ich schwul ausgehe, dann um zu tanzen und Leute kennenzulernen und nicht unbedingt um im Darkroom zu verschwinden. Dennoch habe ich mich auch ein bisschen umgesehen, was Torremolinis für Leute zu bieten hat, die gerne in Darkrooms gehen. Ich möchte hier ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und auch hier wieder darum bitten: Wenn jemand einen Tipp hat, dann bitte einfach als Kommentar hinterlassen.

Zuallererst zu nennen wäre das XXL. Diese Bar nennt sich selbst “Gay Leather Club” und wer möchte kann sich auf der Homepage einen ersten Eindruck verschaffen. Das XXL liegt etwas versteckt am Plaza de Andalucia, an der oberen Seite etwa in der Mitte. Hier führt eine Treppe hinunter, an der XXL steht.  Bilder davon und auch vom Innenleben des XXL findet ihr auf der Unterseite “Ubicacion” unten.  Ich habe nur mal ganz kurz in den Barbereich geschaut, der recht leer war, aber vielleicht lag das ja daran, dass alle im Darkroom-Bereich waren ;-) .

Sinn für Humor haben bei der Namensgebung dann wohl die Inhaber der anderen Crusingbar bewiesen, die ich entdeckt habe: Das XS in der La Nogalera, gar nicht weit entfernt vom Mama und El Gato viudo. Hier waren täglich wechselnde Mottoparties wie underwear, naked usw. Die Homepage dieser Bar ist derzeit leider offline, ich verlinke sie hier mal trotzdem, vielleicht ändert sich das ja wieder. Ein Darkroom gibt es dort wohl im Obergeschoss, allerdings habe ich in dieser Bar nie Leute gesehen.

Das hört sich jetzt für die Cruisingfans sicher ein wenig deprimierend an, aber ich möchte noch einmal betonen, dass ich erstens in diesen Läden nie drin war und nicht beurteilen kann, ob vielleicht im Darkroom tatsächlich etwas los war, und zweitens zu unserer Reisezeit Anfang Juli allgemein in vielen Läden wenig los war.

Das Home – abzappeln im Gay Club zu später Stunde

Beim Parthenon hatte ich gesagt, man kann nicht so genau definieren, ob das nun eine Bar oder ein Club ist, auch wenn es in vielen Gaymaps als Club geführt ist. Beim Home ist das anders – hier handelt es sich zweifelsfrei um einen waschechten Club. Ihr werdet sagen, in der Gaymap sind doch viele Clubs aufgeführt – warum also jetzt ausgerechnet das Home? Nun, das ist das was uns die Einheimischen vor Ort gesagt hatten: “Ihr müsst unbedingt ins Home gehen.”

Zu unserer Reisezeit (zur Erinnerung: Anfang/Mitte Juli) in Torremolinos hatte das Home nur freitags und samstags geöffnet. Man sagte uns, im August hätte es auch unter der Woche offen – “probably”. So genau weiß das offenbar niemand. Auf der Homepage des Home finde ich jedenfalls auch jetzt, als ich diesen Beitrag schreibe – Ende August – nur Veranstaltungshinweise fürs Wochenende.

Nun müsste ich hier eigentlich den ultimativen Erfahrungsbericht übers Home schreiben, aber ich muss gestehen ich kann es nicht. Ich hatte nur ein Wochenende in Torremolinos und an beiden Tagen, an denen das Home geöffnet hatte, wurde ich davon abgehalten, es zu erleben, wenn es voll war. Am Freitag war ich zu früh dran – ich war irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr mal im Home und war glaube ich der erste Gast. Nachdem ich dann eine nette Bekanntschaft gemacht habe, kam es nicht mehr dazu, zu späterer Stunde noch einmal reinzuschauen. Und am Samstag wollte ich gegen 3 Uhr ins Home gehen, da war so eine lange Schlange davor, dass ich keine Lust hatte, mich anzustellen. Ein Freund meinte aber, dass es gut gewesen sei.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will, findet auf der Homepage auch eine Galerie mit einigen Bildern. Aber ich denke, man muss es einfach selbst erlebt haben, um sich einen Eindruck zu bilden. Wer dabei erfolgreicher war als ich, ist gerne eingeladen, hier einen Kommentar zu hinterlassen und seine Erfahrungen zu schildern.

Das Parthenon – Hotspot ab etwa 1 Uhr nachts

Man kann sich nun streiten ob das Parthenon eher eine Bar oder ein Club ist. In den meisten Gayguides für Torremolinos wird es als Club geführt, zumindest unter der Woche habe ich es aber eher als Bar empfunden. Das Parthenon öffnet jede Nacht um 0.00 Uhr und gegen 1.00 Uhr gab es meist eine kleine Dragshow. Ab 1.00 Uhr füllt sich das Parthenon dann auch langsam, zumindest während der Zeit die ich in Torremolinos verbracht habe, war es eine der bestbesuchten Lokalitäten.

Das Parthenon hat oben den besagten Barbereich mit einer Tanzfläche, dieser ist täglich geöffnet und gespielt wird dort Dancefloor und tanzbare Popmusik, also z.B. Lady Gaga, Katy Perry usw. Unten gibt es einen zweiten Bereich, der nur am Wochenende geöffnet hat und in dem Clubsound gespielt wird.

Das Parthenon war während meiner Zeit in Torremolinos eine von wenigen Bars bzw. Clubs, in denen zu späterer Stunde wirklich jeden Tag etwas los war, egal ob unter der Woche oder am Wochenende. Noch einmal zur Erinnerung: Ich war Anfang Juli in Torremolinos und uns wurde gesagt, dass die Hauptsaison im August ist, so dass es durchaus sein kann, dass es zu dieser Zeit noch andere gut gefüllte Alternativen gibt.

Das Publikum im Parthenon ist recht gemischt – neben Einheimischen und Spaniern aus dem Umland auch Touristen aus verschiedenen Ländern. Vom Alter her ist es ebenfalls gut gemischt, hier finden sich alle Altersklassen, um zu tanzen, sich einen Drink zu genehmigen und zu flirten. Übrigens: Je später der Abend, desto höher der Flirtfaktor und desto größer die Wahrscheinlichkeit, auch einmal von jemandem angesprochen zu werden.

Für mich war das Parthenon eine der besten Locations in Torremolinos um die Nacht zu verbringen – ganz egal ob um zu tanzen oder sich einfach gemütlich an die Bar zu stellen und etwas zu trinken. Einen ganz guten Eindruck über das, was einen im Parthenon erwartet, findet man übrigens auf der Website des Parthenon mit Bildern, Video und besonders gut hat mir die geführte Tour durch die Räumlichkeiten gefallen.

Schwul ausgehen um Mitternacht in Torremolinos

Wer den frühen Abend hinter sich gebracht hat – und hoffentlich noch fit für die beginnende Nacht ist – wird sich um Mitternacht meistens langsam in Richtung des “schwulen Zentrums” orientieren. Mit dem schwulen Zentrum meine ich mehr oder weniger den Eingangsweg von der Calle Casablanca Richtung Nogalera, wo sich rechts und links zahlreiche Bars aneinanderreihen.

Ich hatte schon mal erwähnt, dass die ersten dieser Bars, wie z.B. die Men’s Bar eher mit etwas älterem und bärenlastigen Publikum besetzt sind. In diesen Bars ist auch nach Mitternacht noch für 1-2 Stunden etwas los, bevor es dann langsam leer wird.  Ein Stück weiter findet sich dann auf der rechten Seite das Parthenon, das ein bis zwei Stunden später zum Hotspot werden wird, für das es um diese Zeit jedoch eindeutig zu früh ist. Auf der linken Seite sind zwei weitere Bars, bei denen vielleicht mal ein paar Leute draußen sitzen, die aber ansonsten auch recht leer sind.

Wo es um diese Zeit wirklich interessant ist, ist die Terrasse des Manhatten. Vielleicht sind es die Zettelverteiler, die überall herumlaufen und einen anreden mit “two drinks seven euro, three drinks ten”, aber die Manhatten-Terrasse ist um diese Zeit wirklich ein guter und auch einigermaßen gefüllter Platz. Dazu kommt, dass man recht zentral sitzt und auch wieder recht gut gucken kann, wer so unterwegs ist. Welche Drinks übrigens genau im Zweierpack für sieben Euro zu haben sind, habe ich nicht ganz herausfinden können. Gemeint sind wohl die “Copas”, also Longdrinks wie Rum-Cola, Wodka-Lemon usw. Für zwei Wodka-Red Bull habe ich jedenfalls einen Euro Aufschlag zahlen müssen und acht Euro gezahlt. Wenn man bedenkt, das in den meisten anderen Bars ein Drink fünf Euro kostet, sind die sieben bis acht Euro für Longdrinks aber immer noch günstig.

Auch ein paar Meter weiter, in der B-Bar ist um diese Zeit einiges los, hier ist das Publikum aber etwas gemischter, unter Schwule mischen sich auch viele Lesben und einige Heteros. Übrigens sind diese Beobachtungen alle völlig wertungsfrei. Jeder muss ja selbst sehen, wo er sich zugehörig fühlt und ich persönlich habe weder etwas gegen Lesben, noch gegen Heteros noch gegen bärenlastiges älteres Publikum. Dennoch habe ich mich im Manhatten eben am wohlsten gefühlt.

Von den übrigen im Plan eingezeichneten Bars ist vor allem eine noch erwähnenswert: Das Morbos. Hier finden jeden Abend Dragshows statt und gerade um die Zeit kurz nach Mitternacht ist es hier eigentlich täglich so voll, dass man kaum mehr hineinkommt. Ich habe mir die Shows auch ab und zu mal kurz angeschaut. Allerdings bin ich nicht so der Riesenfan von Dragshows und mein Spanisch hat auch nicht ausgereicht, um die Pointen zu verstehen, von daher ist es hier immer bei einem Kurzbesuch geblieben.

Schwul ausgehen am “frühen Abend” in Torremolinos

Ich habe den frühen Abend in der Überschrift extra mal in Anführungszeichen gesetzt, weil das, was die Spanier unter dem frühen Abend verstehen sicher nicht das gleiche ist wie bei uns. Als frühen Abend würde ich in Torremolinos mal die Zeit bis 12 Uhr nachts bezeichnen.

Wer sich dem spanischen Lebensrhythmus anpassen mag, wird diese Zeit so gestalten, dass er irgendwann zwischen neun und zehn Uhr abends zum Essen geht und danach vielleicht ein erstes Bierchen oder einen ersten Cocktail trinkt, bevor er dann langsam in Richtung der Läden zieht, in denen zwischen 1 und 2 Uhr nachts das Nachtleben dann langsam richtig losgeht. So habe ich es auch gehalten als ich in Torremolinos war. Wer die deutschen Angewohnheiten beibehält und irgendwann um sieben Uhr abends zum Essen geht, der wird natürlich eine entsprechend längere Zeit überbrücken müssen.

Die meisten Kneipen waren vor zwölf Uhr nachts nicht ganz so voll, am ehesten war um diese Zeit natürlich in Cafés ein bisschen was los und weniger in klassischen Bars. Auch vor den Kneipen an der schwulen Hauptschlagader Richtung Calle Casablanca – Men’s Bar und die benachbarten Bars daneben – saßen schon relativ früh relativ viele Leute, das Publikum war hier etwas älter und ging Richtung Bärenszene. Und auch in der B-Bar war immer schon etwas los, wenn wir um zwölf in Richtung des schwulen Zentrums rund um Parthenon und Manhattan weitergezogen sind.

Der Platz, den ich vor zwölf jedoch am allerliebsten mochte, war die Ecke zwischen Mama und El Gato Viudo. Hier findet man zwei wirklich sehr schöne schwule Cafés auf einem Fleck, in denen auch schon um diese Zeit einige Gays sitzen, die Athmosphäre auf dem kleinen Platz ist schön und es laufen immer wieder Gays durch, so dass man auch schon mal gucken kann, was einen später erwartet ;-) . Ein wenig hört man die Musik der Indios, die ein Stück weiter oben in der Fußgängerzone ein Spektakel aus Lichtorgel und Nebelschwaden aufführen, ihre Songs zum Besten geben und neben CDs auch allen möglichen Krimskrams verkaufen. Und um Punkt 0:05 Uhr startet die immer fünf Minuten nachgehende Uhr auf dem Zara mit einem herrlich schrägen Glockenspiel und zeigt einem an, dass man langsam weiterziehen kann.

Wir hatten uns in unserem Urlaub unter diesen beiden Cafés für das Mama entschieden – eher aus Zufall, weil das El Gato Viudo die ersten Tage unseres Urlaubs noch nicht geöffnet hatte. Wir sind dann aber dabei geblieben und haben hier jeden Abend eingeläutet. Der Wirt – ein Finne vielleicht Mitte vierzig – ist wirklich supernett und er hat auch einige Tipps auf Lager, wenn man irgendetwas Torremolinos betreffend wissen will – er lebt hier seit über 20 Jahren. Selbst wenn man nur ein Bier hier trinkt gibt es jedes mal zur Verabschiedung ein Schnäpschen oder einen Likör, am letzten Abend bekamen wir dann sogar noch ein Bier aufs Haus.

Natürlich was das Mama unsere persönliche Entdeckung, was uns am besten gefällt und Geschmäcker sind verschieden – was euch um diese Zeit am ehesten zusagt müsst ihr einfach selbst entdecken.