Weitersagen
Hat dir Gay Torremolinos bei der Planung deines schwulen Urlaubs geholfen? Dann hilf uns bitte, Gay Torremolinos bekannter zu machen, indem du einen der folgenden Buttons drückst:


Teilen
Sponsoren
Suchen

Artikel-Schlagworte: „Spanier“

Schwul ausgehen am “frühen Abend” in Torremolinos

Ich habe den frühen Abend in der Überschrift extra mal in Anführungszeichen gesetzt, weil das, was die Spanier unter dem frühen Abend verstehen sicher nicht das gleiche ist wie bei uns. Als frühen Abend würde ich in Torremolinos mal die Zeit bis 12 Uhr nachts bezeichnen.

Wer sich dem spanischen Lebensrhythmus anpassen mag, wird diese Zeit so gestalten, dass er irgendwann zwischen neun und zehn Uhr abends zum Essen geht und danach vielleicht ein erstes Bierchen oder einen ersten Cocktail trinkt, bevor er dann langsam in Richtung der Läden zieht, in denen zwischen 1 und 2 Uhr nachts das Nachtleben dann langsam richtig losgeht. So habe ich es auch gehalten als ich in Torremolinos war. Wer die deutschen Angewohnheiten beibehält und irgendwann um sieben Uhr abends zum Essen geht, der wird natürlich eine entsprechend längere Zeit überbrücken müssen.

Die meisten Kneipen waren vor zwölf Uhr nachts nicht ganz so voll, am ehesten war um diese Zeit natürlich in Cafés ein bisschen was los und weniger in klassischen Bars. Auch vor den Kneipen an der schwulen Hauptschlagader Richtung Calle Casablanca – Men’s Bar und die benachbarten Bars daneben – saßen schon relativ früh relativ viele Leute, das Publikum war hier etwas älter und ging Richtung Bärenszene. Und auch in der B-Bar war immer schon etwas los, wenn wir um zwölf in Richtung des schwulen Zentrums rund um Parthenon und Manhattan weitergezogen sind.

Der Platz, den ich vor zwölf jedoch am allerliebsten mochte, war die Ecke zwischen Mama und El Gato Viudo. Hier findet man zwei wirklich sehr schöne schwule Cafés auf einem Fleck, in denen auch schon um diese Zeit einige Gays sitzen, die Athmosphäre auf dem kleinen Platz ist schön und es laufen immer wieder Gays durch, so dass man auch schon mal gucken kann, was einen später erwartet ;-) . Ein wenig hört man die Musik der Indios, die ein Stück weiter oben in der Fußgängerzone ein Spektakel aus Lichtorgel und Nebelschwaden aufführen, ihre Songs zum Besten geben und neben CDs auch allen möglichen Krimskrams verkaufen. Und um Punkt 0:05 Uhr startet die immer fünf Minuten nachgehende Uhr auf dem Zara mit einem herrlich schrägen Glockenspiel und zeigt einem an, dass man langsam weiterziehen kann.

Wir hatten uns in unserem Urlaub unter diesen beiden Cafés für das Mama entschieden – eher aus Zufall, weil das El Gato Viudo die ersten Tage unseres Urlaubs noch nicht geöffnet hatte. Wir sind dann aber dabei geblieben und haben hier jeden Abend eingeläutet. Der Wirt – ein Finne vielleicht Mitte vierzig – ist wirklich supernett und er hat auch einige Tipps auf Lager, wenn man irgendetwas Torremolinos betreffend wissen will – er lebt hier seit über 20 Jahren. Selbst wenn man nur ein Bier hier trinkt gibt es jedes mal zur Verabschiedung ein Schnäpschen oder einen Likör, am letzten Abend bekamen wir dann sogar noch ein Bier aufs Haus.

Natürlich was das Mama unsere persönliche Entdeckung, was uns am besten gefällt und Geschmäcker sind verschieden – was euch um diese Zeit am ehesten zusagt müsst ihr einfach selbst entdecken.

Die Gay Strände bzw. Gaybeaches in Torremolinos

Wer in einen Ort mit überwiegend schwulem Publikum fährt, möchte natürlich auch seinen Strandtag unter Gleichgesinnten verbringen, um erste Kontakte zu knüpfen oder auch nur “zu gucken” ;-) . Vorab: In Torremolinos sind die Schwulen an ihren Gaybeaches nicht ganz so unter sich wie auf Gran Canaria oder in Sitges, wo ich jeweils erlebt habe, dass an einem Strandabschnitt das Publikum wirklich 100% schwul war. Unter die Gays mischen sich hier auch viele nicht-schwule Urlauber, die den schwulen Strand mit nutzen. Möglicherweise ändert sich das im August ein wenig, wenn der Anteil schwuler Urlauber steigt (wie uns berichtet wurde), aber im Juli hat man vor allem vormittags und um die Mittagszeit die Schwulen an den Gaystränden fast an einer Hand abzählen können. Das liegt sicher auch daran, dass in Torremolinos vor allem schwule Spanier unterwegs sind und diese ganz einfach einen anderen Rhythmus haben. Nur wenige von ihnen würden auf die Idee kommen, schon mittags an den Strand zu gehen, wenn es sehr heiß ist. Gefüllt haben sich die Strände mit schwulem Publikum dann rapide zwischen 15 und 16 Uhr. Ab dieser Zeit war eigentlich immer genug schwules Publikum an den Strändern, auch wenn natürlich das Wochenende am stärksten war. Donnerstags hat man schon einen ersten Anstieg bemerkt und Freitag bis Sonntag war es richtig voll. Viele Schwule aus ganz Südspanien kommen dann, um das Wochenende in Torremolinos zu verbringen, einige von ihnen haben sogar eine Zweitwohnung dort, andere mieten sich bei Freunden oder im Hotel ein.

Innerhalb des Orts Torremolinos gibt es zwei schwule Strandabschnitte, die ich in der folgenden Karte markiert habe:


Torremolinos Gay Beaches auf einer größeren Karte anzeigen

Der ältere und nach meinem Gefühl auch etwas besser besuchte Gaybeach ist der “Poseidon Beach”, der etwas weiter im Norden Richtung Malaga liegt. Liegen können hier für 4,50 Euro pro Tag angemietet werden. Schwule Spanier legen sich allerdings zu 99% nicht auf Liegen, sondern auf den Strandabschnitt davor oder daneben. Dieser ist am Poseidon Beach recht schmal, so dass besonders am Wochenende – wenn es voll wird – hier sehr viele Schwule auf engem Raum sind. Das steigert natürlich die Kontaktmöglichkeiten. Ab mittags weht an diesem Strand vor dem Restaurant auch eine Regenbogenflagge, so dass der Poseidon Gaybeach kaum zu verfehlen ist.

Der neuere Gaybeach in Torremolinos sind die letzten beiden Strände Richtung Süden, bevor es um die Felsen herum in den Stadtteil “La Carihuela” geht. Hier finden sich der Banana Beach und der Beirola Beach – beide ebenfalls zu erkennen an den Regenbogenflaggen. Die Liegen sind hier etwas günstiger – 4 Euro pro Tag schlagen hier zu Buche (Stand 07/2011). Der große Unterschied ist, dass der Strand hier wesentlich breiter ist. Der breite Strand und die Verteilung des schwulen Publikums auf die beiden Liegenvermietungen Banana und Beirola bewirken, dass hier alles etwas weitläufiger ist als am Poseidon Beach.

Als kleines Fazit könnte man also sagen: Wer möglichst viele Schwule auf möglichst kleinem Raum erleben möchte, ist auf jeden Fall am Poseidon Beach besser aufgehoben (wobei man es sich jetzt auch nicht so vorstellen darf, dass die Schwulen da liegen wie die Sardinen in der Büchse – zumindest im Juli empfand ich es als nicht zu eng). Wer es etwas weitläufiger mit mehr Platz um sich herum haben möchte, wird sich am Banana/Beirola Gaybeach wohler fühlen.

Der Abschnitt Banana Beach und Beirola Beach kann aber noch eine weitere Trumpfkarte aus dem Ärmel ziehen: Während am Poseidon Beach das Essen wirklich nicht besonders gut ist (wer hier liegt und etwas essen möchte, sollte wirklich zumindest zum essen an den benachbarten Strand 50 Meter weiter gehen) und es demnach auch keinen wirklichen gastronomischen Treffpunkt für Gays gibt, befindet sich gleich hinter dem Banana und Beirola Beach die El Gato Lounge (Karte), die wirklich schön gelungen ist. Zwar war auch diese im Juli tagsüber nicht gerade überfüllt und es ist auch kein Ort, an dem alle an der Bar stehen und an dem man ganz leicht Kontakte knüpfen kann, aber es ist einfach ein schöner Ort, um unter ein paar anderen Gays einen Kaffee am Nachmittag zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Im übrigen bietet die El Gato Lounge auch kostenloses WiFi, das angeblich auch am Strand funktionieren soll (da ich im Urlaub gerne auf mein Notebook und Smartphone verzichte, habe ich es nicht ausprobiert).

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, bei jedem Urlaub in Torremolinos einfach beide Strandabschnitte mal mitzunehmen. Jeder hat seine Vor- und Nachteile und der Fußweg zwischen beiden beträgt gerade einmal 10 Minuten, so dass es kein Problem ist, sich beide einfach mal anzuschauen, egal in welchem Hotel man untergebracht ist.

Die beiden genannten Strandabschnitte sind übrigens Stadtstrände, es sollte also selbstverständlich sein, dass an diesen kein FKK oder cruisen möglich ist. Die näheste Gelegenheit dazu bietet sich 3 km weiter Richtung Malaga am Strand beim Parador Golfplatz, direkt unterhalb der Einflugschneise des Flughafens, natürlich mit entsprechender Lärmbeeinträchtigung. Noch weiter außerhalb gibt es weitere FKK-Strände, die auch gerne von Gays genutzt werden. Diese sind dann aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht umständlich zu erreichen und da wir in diesem Urlaub auf einen Mietwagen verzichtet haben, hatte ich auch keine Gelegenheit, diese näher zu testen.

Das Wetter in Torremolinos

Da muss ich doch glatt noch mal Imca Marina mit ihrem Hit “Eviva Espana” aus den 70ern zitieren. Wie sang sie doch so schön? “Den Regenmantel lassen wir zu Haus – in Spanien sieht es nicht nach Regen aus!”. Zumindest für den Juli trifft das auf alle Fälle zu. In den 10 Tagen, die ich in Torremolinos verbracht habe, habe ich außer ein paar Schleierwolken, die manchmal da waren, nichts gesehen, was den strahlend blauen Himmel verdeckt hätte. Ein Blick auf die Klimadaten bestätigt, dass das keine Ausnahme war: Die durchschnittliche Zahl an Regentagen beträgt im Juli null, im Juni und August gibt es durschnittlich einen Regentag und im September zwei. Wer in den Sommermonaten zwischen Juni und September fährt, kann sich also relativ sicher sein, stabiles Wetter zu haben. Doch auch für den Rest des Jahres sieht es gar nicht so übel aus: Im Mai und Oktober gibt es durchschnittlich vier bis fünf Regentage und selbst in den Wintermonaten von Novemver bis April schwankt die Zahl lediglich zwischen sechs und sieben Tagen, an denen es regnet. Besseres Wetter als in Deutschland also allemal.

Wer allerdings befürchtet, dass es im Sommer in Torremolinos viel zu heiß ist, täuscht sich. Denn Torremolinos ist von Bergen und Meer quasi umzingelt, dadurch steigen die Temperaturen so gut wie nie auf über 35 Grad. Und selbst im Juli und August – den heißesten Monaten des Jahres – betragen die durchschnittlichen Höchstwerte nicht mehr als 30 Grad (was natürlich nicht heißt, dass es an einem einzelnen Tag nicht trotzdem mal über 35 Grad haben kann). Gehen wir mal von den nackten Zahlen weg: Rein subjektiv muss ich sagen, dass es schon sehr heiße Tage gab, aber am Strand war fast immer eine leichte Brise, die den Aufenthalt super angenehm gemacht hat. Und an manchen Tagen empfand ich die Brise sogar als fast zu kühl, wenn ich im Schatten gelegen bin (wobei das sicher subjektiv ist, ich bin ein Mensch, der Hitze wesentlich besser verträgt als Kälte). Richtig heiß wurde es dagegen während unserer Ausflüge ins Landesinnere: Hier steigen die Temperaturen schnell auf über 40 Grad und unser Führer in Cordoba empfand die 35 Grad, die es dort hatte als “angenehm kühl”.

Zurück zu den Fakten: Wer im Winter nach Torremolinos fährt, kann dort Höchsttemperaturen um die 17 Grad erwarten. Kein Badewetter mehr, aber auch wieder etwas angenehmer als in Deutschland. Im April und Mai steigen die Höchsttemperaturen dann im Durchschnitt auf 22 bis 23 Grad und der Juni ist mit durchschnittlichen 27 Grad dann der erste richtige Bademonat. Im Herbst findet dann das ganze Spiel natürlich umgekehrt statt – um die 26 Grad im September, 23 Grad im Oktober, 20 Grad im November, bevor es dann in den Winter geht.

Was mich etwas geschockt hat, waren die Wassertemperaturen. Mittelmeer in Südspanien, ganz nah an Afrika, das muss ja schön warm sein, dachte ich. Aber Pustekuchen – das Meer war einfach nur saukalt – muy frio! Laut Klimatabelle sollte das Wasser im Juli 21 Grad haben, gefühlt waren es aber nicht mehr als 19! Aber ich habe es mir dann von den spanischen Gays abgeschaut – zwei Schritte und ein Hechtsprung und man ist ohne großes Theater im kühlen Nass. Was ich nur nie verstehen werde, ist warum Spanier wenn sie schon den Weg ins kalte Nass hinter sich haben, nur 10 Sekunden im Meer bleiben. Ich finde, wenn man schon drin ist, stört die Kälte überhaupt nicht mehr und man kann eigentlich fast endlos schwimmen. Wärmer wird es übrigens von August bis Oktober, hier kann man Wassertemperaturen zwischen 24 und 25 Grad erwarten – so stelle ich mir das vor!

Urlaub in Torremolinos, dem schwulen Zentrum Andalusiens

“Ja nach Spanien reisen viele Europäer nur wegen Sonne und Wasser und Wein”, sang schon Imca Marina in den 70er Jahren. Nun ja, wer als Schwuler nach Torremolinos fährt, möchte natürlich auch die Sonne und das Meer genießen, dürfte aber darüber hinaus noch etwas anderes im Sinn haben. Denn Torremolinos ist der schwule Urlaubsort im Süden Spaniens schlechthin. Wer hier Urlaub macht, möchte flirten, Männer kennenlernen, tanzen, cruisen und vieles mehr.

Doch in Deutschland ist Torremolinos kaum bekannt. Und das ist vielleicht auch gut so. Denn Torremolinos ist nicht übervölkert mit Touristen aus Deutschland, Holland und England, sondern noch fest in der Hand der Spanier. Wer hierher kommt, tut das also auch um in Kontakt mit Spaniern zu kommen. Viele Einheimische aus Malaga oder Marbella kommen einfach mal für eine Nacht nach Torremolinos und fahren am Morgen wieder nach Hause, wer es etwas weiter hat, kommt vielleicht aus Cordoba oder Sevilla für ein Wochenende. Viele schwule Spanier verbringen aber auch ihren kompletten Sommerurlaub in Torremolinos und bleiben für länger. Den Anteil an Deutschen, Holländern, Engländern und sonstigen Touristen von außerhalb Spaniens würde ich auf ca. 20% schätzen.

Gerade diese Tatsache, dass Torremolinos so unbekannt ist, hat mich veranlasst, diesen Blog zu starten. Wenn ich meinen Freunden erzählt habe, dass ich in Torremolinos Urlaub mache, haben die meisten mich nur verwundert angeschaut und gefragt “Wo ist das denn? Was gibts denn da?”. Auch im deutschsprachigen Internet gibt es so gut wie keine Informationen über Torremolinos. Ich möchte deshalb hier einfach bloggen, was ich während meines 9-tätigen Aufenthalts in Torremolinos Mitte Juli 2011 erlebt habe.

Natürlich sind Erlebnisse immer subjektiv, schon alleine weil die Geschmäcker verschieden sind. Der eine will vor allem cruisen, der andere vor allem tanzen, der dritte vor allem mit anderen in Kontakt kommen. Und 9 Tage machen mich ganz sicher noch nicht zum ausgesprochenen Torremolinos-Experten. Deswegen möchte ich euch aufrufen, diesen Blog mit euren Kommentaren zu bereichern und über eure eigenen Erfahrungen zu schreiben. Auch wenn diese vielleicht das komplette Gegenteil von dem sind, was ich schreibe. Es geht mir hier nicht darum Recht zu behalten, sondern einfach mal ein bisschen über Torremolinos zu informieren.

Von daher – viel Spaß mit diesem Blog und ich freue mich auf eure Kommentare!